Matthias Daenschel Trick Film Produktion
PROJEKTE english
PROFIL impressum
METÉORA

Offizieller Wettbewerbsbeitrag Berlinale 2012

Meine Aufgabe:

Animationsregie für essentialfilm, Berlin

In dem Film Metéora haben wir Animationsteile in einen Realfilm integriert, um so die Innenwelt der Protagonisten sichtbar zu machen, ihre Träume und Alpträume zu verdeutlichen: Ein Mönch und eine Nonne geraten durch die Liebe zueinander in einen existentiellen Konflikt zwischen ihren religiösen Gelübden und ihrem weltlichen Begehren. Dem sollte auch ästhetisch Rechnung getragen werden. Daher entschieden wir uns, die Animationssequenzen im Stil griechischer Ikonen zu gestalten. Bereits in meinen früheren Filmen Tauro und Funglasses hatte ich mit historischem Material gearbeitet, doch bestand im Falle von Metéora die besondere Herausforderung darin, die Protagonisten möglichst glaubhaft nach traditionellen Ikonen aussehen zu lassen und zugleich einen hohen Wiedererkennungswert zu den realen Schauspielern herzustellen. Dies gelang uns, indem wir die individuellen Gesichtszüge der Schauspieler stark stilisierten, um sie den steifen, strikt zweidimensionalen traditionellen Ikonen anzupassen und für einen dreidimensionalen Film verfügbar zu machen und natürlich dank eines tollen Teams, das auch unter Zeitdruck stets auf einem hohem künstlerischen Niveau arbeitete. In nur einem viertel Jahr konnten wir so ca. 10 Minuten Animation fertigstellen.

Inhalt:

Scheinbar schwebend zwischen Himmel und Erde thronen auf hohen Sandsteinfelsen die Klöster von Metéora. Weitab von aller Weltlichkeit leben hier Mönche und Nonnen in strenger Askese, ihre Klöster getrennt durch eine tiefe Schlucht. Der junge Mönch Theodorus und die Nonne Urania haben sich den strikten Ritualen und Gebräuchen ihres orthodoxen Ordens untergeordnet. Selten steigen die Mönche und Nonnen hinab ins Tal, wo die Bauern einem anderen Lebensrhythmus folgen, dem ewigen Kreislauf der Natur. Eines Tages treffen Theodorus und Urania zufällig im Tal aufeinander und suchen daraufhin immer wieder, über die Schlucht hinweg, den Kontakt zueinander. Doch mit der Zuneigung wächst auch die Zerrissenheit zwischen spiritueller Hingabe und menschlichem Verlangen. Theodorus und Urania müssen sich fragen, wem sie ihr Leben und ihre Liebe widmen.

Synopsis:

In the hot plains of central Greece, the Orthodox monasteries of Metéora are perched atop sandstone pillars, suspended between heaven and earth. Down in the valley, the eternal cycles of farm life – birth, milking, slaughter – provide a stark contrast to their ascetic world. The young monk Theodoros and the nun Urania have devoted their lives to the strict rituals and practices of their community. A growing affection for one another puts their monastic life under question. Torn between spiritual devotion and their human desire, they must decide which path to follow.

Credits:

Regie: Spiros Stanthoulopoulos
Produktion: Philippe Bober, Susanne Marian
Buch: Asimakis Alfa Pagidas
Schnitt: George Cragg
Mönch: Theo Alexander
Nonne: Tamila Koulieva-Karantinaki

Animation Director: Matthias Daenschel
Production Design: Anna Jander
Character Design: Maurice Croissier
Animation: Hélène Tragesser
Character Set Up: Jekaterina Petrowna
FX und Compositing: Micha Hirt
Backgrounds: Theresa Casanueva, Stefan Köhler, Randi Pusch

Pressestimmen:

Die radikaleren Bilder aber stammen aus dem Animationsstudio. Anfangs steht da ein Triptychon, links die Nonne, rechts der Mönch, in der Mitte Metéora, die Klosteranlagen. Ein wunderbarer Effekt, auf mehreren Ebenen. Man erkennt, dass die Ikonenmaler einst die schroffe Natur nicht erfunden, sondern dort vorgefunden haben, in Thessalien. Und plötzlich bewegt sich etwas auf dem bemalten Brett, auf der rissigen, mit Leinwand bespannten und bemalten Holzplatte. Theodoros und Urania als heilige Comic-Figuren: Wie naiv sie wirken und wie stark, mythische Gestalten, die im Märchen zueinander kommen und die Mächte der Hölle – oder des Himmels – überwinden. Die sich verlieren im Labyrinth der Teufel, gerettet werden vom Blut Christi, das sintflutartig über die Erde kommt.
www.tagesspiegel.de

Ungewöhnlich aber ist die visuelle Form, die Stathoulopoulos diesem Stoff gegeben hat. Denn zwischen die einzelnen Episoden der Liebesgeschichte, die anfangs betont schlicht und untouristisch daherkommen, sind Trickfilmsequenzen gestellt, in denen die Ikonenmalerei des orthodoxen Christentums zum Leben erwacht. Da purzeln Mönch und Nonne aus ihren Zellen geradewegs in die Hölle, da weht das Haar der Geliebten über das Felsental bis vor das Fenster ihres Verehrers, da fließt das Blut Christi in Strömen vom Kreuz herab und ergießt sich über die Welt. Der Film muss das Innenleben seiner Figuren dann gar nicht mehr weiter ausbreiten, denn in diesen Animationen, die gleichzeitig naiv und kunstvoll sind, hat man schon alles gesehen.
http://m.faz.net

Eine Liebe zwischen zwei Nachbarn, einem Mönch und einer Nonne, die sich an antiken Modellen orientiert und ins Perverse zielt. Ein Animationsfilm, stilisiert wie eine psychoanalytische Traumfabel, treibt zwischendrin den Bildern den Rest von Unschuld aus. Einmal kriegt da der Mönch von der Nonne das Ariadne-Knäuel und begibt sich ins Labyrinth. Aber der Faden ist zu kurz.
www.sueddeutsche.de

Diese Liebesaffäre zwischen Mönch und Nonne (Theo Alexander, Tamila Koulieva) gewinnt durch ihre vollkommene Einheit von Bild und Klang, Kameraarbeit und Tricktechnik.
www.badische-zeitung.de

Der Film von Spiros Stathoulopoulos erzählt bildgewaltig und poetische von der Nonne Urania und dem Mönch Theodorus, deren Klöster auf Berggipfeln liegen und durch eine tiefe Schlucht getrennt sind. "Metéora" ist ein visuell unkonventioneller und mutiger Film. Und, dem Applaus nach zu urteilen, vielleicht ein erster Geheimtipp.
www.abendblatt.de

Kurze Animationssequenzen, deren Ästhetik an Kirchengemälde oder Fresken erinnerten, stellten das Dilemma der Protagonisten und ihre Gefühle von Scham und Schuld auf symbolischer Ebene dar. Das ist kein „easy-viewing“, aber künstlerisch anspruchsvoll und in meinen Augen auch ziemlich gelungen.
www.moviepilot.de

Auch die Animationsszenen, die die Bildersprache der Ikonen aufgreifen, sind einfach nur gelungen und fügen sich großartig ein.
http://m.vorwaerts.de

Filmstill Alois Nebel

Meteora Crew bei der Berlinale 2012
mehr sehen ...